Aufbewahrung Bad

May 22nd

Obwohl man viel Lebenszeit im Bad verbringt, sein Leben verweilt man dort nicht. Für die meisten Menschen ist es der Raum, wo unter einem Wasserstrahl das tägliche Wachbewusstein auf Touren kommt – und in dem sich der Körper abends auf Ruhe einstellen darf. Trotzdem wollen die Wellen der Badartikel-Werbung mit den »Wellness-Oasen« und »Wohlfühl-Inseln« nicht abebben. Dabei sind doch die Ambitionen, sein Badezimmer in einen Tropenstrand zu verwandeln, bereits in den späten 1970er Jahren mit Farbtönen von Sand bis Dschungelgrün auf Fliesen, Waschbecken und Badmöbel nachdrücklich zementiert worden. So nachdrücklich waren diese Badezimmerartikel, dass jeder Immobilien-Käufer heute nur zu gerne eine Großbaustelle in den eigenen vier Wänden erduldet, um den Fluch dieser Farben der Badeartikel wieder abzuschütteln. Schneller waren die mobilen Badartikel und Accessoires wie Handtücher oder Badteppiche dieser Zeit verschwunden.
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Es bleibt eben dabei: Ein Bad ist kein Wohnraum und auch das Gästebett in der Wanne bleibt eine Humoreske. Und so verunglückt das Namenskonstrukt der »Nasszelle« auch ist – im Kern der Sache hat es Recht. Denn in diesem mit Badartikel und Accessoires vollgestopften Raum wird geduscht, gedampft, getropft. Und wenn das Wasser abgelaufen, der Dunst sich aufgelöst hat, wird gecremt, gegelt, geschminkt. Harte Ansprüche an jeden Badezimmerartikel.

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